Säulen der Homöopathie

Ähnlichkeitsgesetz

Was Hypokrates, Paracelsus und andere Ärzte schon erkannten, fasste Hahnemann in der Gesetzmäßigkeit „similia similibus currentur“ als fundamentales Heilgesetz zusammen.
Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“  das heißt:
die Krankheit wird durch das Mittel geheilt, das die Kraft hat beim gesunden Individuum die gleichen Symptome hervor zu rufen, die der Kranke hat.

Dabei ist nicht allein entscheidend, welche Krankheitsdiagnose gestellt wird, sondern wie der Patient seine Krankheit durchlebt, wie er sie ausdrückt (siehe Individualität).

Hahnemann sagt dazu:
Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden erregen kann, wie sie heilen soll.

Ein ganz simples Beispiel:
Zwiebelschneiden löst tränende, brennende Augen und eine stark laufende Nase aus. Ein Schnupfen, der eben mit diesen Symptomen auftritt, kann folgerichtig mit der Zwiebel (Allium Cepa) in potenzierter Form behandelt werden.

Arzneimittelprüfung

Um homöopathische Arzneimittel für eine Behandlung im Sinne Hahnemanns einsetzen zu können, bedarf es detaillierten Wissens über die homöopathischen Substanzen.

Dieses Wissen wird durch „homöopathische Arzneimittelprüfungen“ gewonnen.
Die zu prüfenden Substanzen werden Menschen beiderlei Geschlechts in steigenden Dosen verabreicht.
Durch diese Prüfung ergibt sich dann ein Arzneimittelbild auf allen Ebenen:
Der geistigen, der psychischen und der physischen Ebene.
Dieser Erkenntnisse werden analog auf die Verhältnisse des Tieres übertragen.
Alle durch diese Substanzen hervor gebrachten Veränderungen werden detailliert notiert.
Diese Aufzeichnungen werden in so genannten Arzneimittelbildern, und diese wiederum in einem Nachschlagewerk (Materia Medica) zusammengefasst.

Potenzieren / Verdünnen

Eine Verdünnung ohne Schüttelschläge hätte zur Folge, dass mit jedem Verdünnungsschritt Heilkraft verloren ginge.
Bei der Herstellung der Arzneimittel wird die jeweilige Ursubstanz mit einem Lösungsmittel (aqua destillata oder reiner Alkohol) versetzt und verschüttelt, das heißt, mit jeder Verdünnung gehen heftige Schüttelschläge einher.
Diese Vorgehensweise wird Potenzierung genannt. Sie ist entscheidend.
Durch das Potenzieren wird die Heilkraft verstärkt und die toxische Wirkung verringert.

Lebenskraft

Hahnemann bezeichnet damit die Kraft, die den an sich unbelebten materiellen Organismus (Körper) belebt. Diese übergeordnete geistig-dynamische Kraft steuert alle Vorgänge und Funktionen im lebenden Organismus.

Daraus ergibt sich,
1. Krankheitssymptome sind Ausdruck der Störungen der Lebenskraft
2. Heilung bedeutet Regulierung der Lebenskraft und nicht Unterdrückung von Symptomen
3. dass nichtstoffliche homöopathische Medikamente solch deutlich sichtbare Heilerfolge haben
4. dass sich die eingesetzten homöopathischen Potenzen direkt an die Lebensenergie des Organismus wenden und brauchen deshalb auch nicht materieller Natur zu sein. (Im Gegenteil, materielle Dosen, zum Beispiel eines Schlangengiftes, würden den Organismus schädigen oder könnten sogar zum Tod des Patienten führen.)

Individualisierung

Der Grundsatz der Individualität beruht auf der Erkenntnis, dass jedes Lebewesen ein einzigartiges Wesen ist.
Jedes Individuum erkrankt auf seine ganz spezielle und persönliche Weise und durchlebt seine Krankheit in seiner eigenen besonderen Art und Weise.
Viele Patienten haben ähnliche Symptome, aber doch hat bei genauer Betrachtung jeder seine eigene spezielle Symptomatik in seiner eigenen Färbung vor dem Hintergrund seiner ureigenen Persönlichkeit.
So erklärt sich, dass Patienten mit derselben Diagnose unterschiedliche Arzneien benötigen.
Die Arzneimittel für den Patienten werden gezielt in seiner speziellen Situation zusammengestellt.
Dadurch wird jeder neue Fall zu einer neuen therapeutischen Herausforderung.

Prof. Dr. G. Vithoulkas
Die Notwendigkeit der Individualisierung eines jeden Falles macht aus der Homöopathie ein kompliziertes Lern- und Anwendungsmodell, das ständig eingeübt werden muss….“

Ganzheit

Jedes Individuum ist ein geschlossenes Ganzes.
Und so kann ein Individuum auch zur medizinischen Behandlung nicht in Einzelteile zerlegt werden, um die Einzelteile losgelöst vom Ganzen zu behandeln.

Das Ganze ist mehr, als nur die Summe der Teile.